Drohnen, Flüchtlinge, Terror – Messias Obama und die Kanzlerin der Herzen Merkel beim Kirchentag

Der Deutsche Evangelische Kirchentag in Berlin – Ort der Begegnung, des Gebets – und auch der Naivität. Was auf der (reibungslosen) Diskussion zwischen Kanzlerin Merkel und Ex-US-Präsident Barack Obama bei einer Podiumsdiskussion vor dem Brandenburger Tor vom Stapel gelassen wurde, war oftmals einfach nur zum Kopfschütteln.

Zunächst ist es schon befremdlich, wenn ein Kirchentag nur noch unter strengen Sicherheitsvorkehrungen (Betonpoller, quergestellte Lkws, Polizisten mit Maschinenpistolen) stattfinden kann. Zum anderen war der Dialog zwischen Merkel und Obama eine Farce.

Ironischerweise war diejenige, die in erheblichem maße mitverantwortlich für die prekäre Sicherheitslage in Deutschland und Europa ist, nämlich die Kanzlerin, zentrale Anlaufstelle für Tausende Besucher/Fans.

Und die suchten auf dem Kirchentag auch nach Antworten auf religiösen Terror und wachsende Unsicherheiten. Merkel glaubte immer noch, ganz im Sinne des alternativlos Guten und eines nicht hinterfragbaren Humanismus zu handeln und behauptete u.a. steif und fest: „Der Türkei-Deal war richtig“.

Zudem sagte Merkel mal wieder, auf das Sterben im Mittelmeer angesprochen, dass man von deutscher Seite mithilfe der Bundeswehr aus Afrika kommende Bootsflüchtlinge zu Tausenden gerettet habe. Gleichzeitig müsse man aber gegen die Schlepper vorgehen.

Barack Obama derweil, politisch aus ähnlichem Holz wie Merkel geschnitzt, ließ seine angeblichen Erfolge Revue passieren, die zum Frieden in der Welt beigetragen hätten. Er war lässig wie immer, selbstkritisch nur selten. Dass unter ihm Libyen durch seine völlig kurzsichtige Intervention 2011 gegen Gaddafi zum failed state wurde, in dem Islamisten und Schleuser paradiesische Bedingungen vorfanden – darauf ging Obama nicht ein. Auch nicht darauf, dass er es war, der den IS im Nahen Osten und im Maghreb durch zögerliches Handeln der US-Administration erst richtig hat groß werden lassen.

Stattdessen verteidigte der Friedensnobelpreisträger Drohnen-Angriffe gegen Terroristen zum Schutz der Bevölkerung und gab dabei sogar zu, dass es unschuldige Opfer bei von ihm befehligten Einsätzen gegeben haben könnte.

Auch interessant, dass unter Obama, der in Berlin erneut eine Welt ohne Atombomben forderte, Amerika selbstverständlich nicht Nuklearwaffenfrei wurde und sogar ein neues und gefährliches Wettrüsten mit Russland begonnen hat.

Gab es einen Aufschrei der Kirchentags-Besucher? Nein, man beklatschte Obama trotzdem noch und nahm ihm die selbstgewählte Messias-Rolle ab. Der durch und durch Gemeine/Verrückte/Herzlose ist für sie wohl nur einer: Trump.

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