Kleine „Merkel muss weg“-Demo auf dem Gänsemarkt in Hamburg fordert Tausende Gegendemonstranten heraus

Es war eine relativ überschaubare Ausgabe der Hamburger „Merkel muss weg“-Demo nach der Sommerpause. Mehr als 200 Teilnehmer dürften es nicht gewesen sein, die sich auf dem Gänsemarkt einfanden.

Die Gegendemo hingegen war von durchaus beeindruckender Größe. Tausende wohl eher linksliberale, grüne bis radikallinke Demonstranten zogen durch die Innenstadt bis kurz vor den durch massive Polizeipräsenz abgeschirmten Gänsemarkt. Wasserwerfer standen bereit. So viel Aufwand, so viel Lärm um nichts?

Es wurde schnell klar: Bei den Gegendemonstranten regierten vorwiegend Emotionen. Man war dagegen. Dagegen, dass sich regierungskritische Stimmen erdreisteten gegen Kanzlerin Merkel aufzubegehren. Es wurde teils ziemlich aggressiv gepfiffen und geschrienen und indirekt klargemacht, dass man mit Rücktritts-Forderungen wie „Merkel muss weg“ und einem Politikwechsel so gar nicht einverstanden war. Also „Weiter so“ mit „Wir schaffen das!“

Auch Gutmenschen haben keinen Heiligenschein: Stinkefinger wurden gezeigt, Eier geschmissen und Wasser auf „Merkel muss weg“-Demonstranten geschüttet. Muss das sein? Offensichtlich sind viele sprachlos. An Argumenten war tatsächlich wenig zu hören, außer, dass man „bunt statt braun“ sei oder „all refugees are welcome here“ forderte. Sprüche wie „ganz Hamburg hasst die AfD“ sind dort ja schon lange Standard. Die FDP verachtete hier keiner. Oder die CSU. Oder die ÖDP. Nun ja.

Zum Glück blieb es überwiegend friedlich insgesamt.

Mittelfinger wurden aber auf der „Merkel muss weg“-Demo leider auch gezeigt, außerdem gab es dort Beschimpfungen der Gegendemonstranten eines Redners, die unter der Gürtellinie waren. So was ist unschön, unseriös und sollte unterbleiben.

Aber natürlich waren dort auch wieder interessante Redner zu Gast, u.a. Dennis Augustin (Sprecher der AfD Mecklenburg-Vorpommern und kein Mitglied des Bundestags, wie im Video leider fälschlicherweise angegeben), Thomas und Nico von der „Merkel muss weg“-Initiative in Mainz sowie der schon durch viele Reden und Demos routinierte Siegfried Daebritz von PEGIDA aus Dresden. Zu Beginn gab es eine Einleitung durch ein Mitglied des Orga-Teams.

Themen wie die Kanzlerin, die Ereignisse rund um Chemnitz, Meinungsfreiheit oder Messerattacken wurden angesprochen. Augustin sprach sich dafür aus „durchzuatmen“ und die Dinge „nüchtern zu analysieren“. Er meinte damit die Ereignisse vom Chemnitzer Stadtfest, wo der Mord an Daniel H. mutmaßlich durch mehrere Migranten verübt wurde.

Zudem standen die Hintergründe der Massenflucht aus Afrika im Vordergrund, erläutert von Thomas und Nico. Das war etwas, was man bei „Merkel muss weg“-Demos nur selten hörte.

Somit sprachen die Mainzer die korrupten lokalen Eliten an, die den afrikanischen Kontinent weitgehend im Würgegriff haben und arme, oft ausgebeutete Menschen, die vor Diktaturen und Warlords in Richtung Europa entkommen wollen. Wer würde sich angesichts so desolater Zustände kein besseres Leben woanders wünschen? Wenn dann noch Schlepper versprechen, dass in Europa die Straßen mit Gold gepflastert sind, gibt es wohl kein Halten mehr.

In der Tat sind in zahlreichen Staaten Afrikas, v.a. in Nordafrika, ebenso wie im Nahen Osten, schwere politische Krisen Alltag ebenso wie blutige Clan-Fehden, eine gebeutelte Klientel-Wirtschaft, Verteilungskämpfe und natürlich Islamismus sowie sehr oft Chaos und Gewalt. Religiöse Dogmen und korrupte Obrigkeiten ersticken jeden Fortschritt in der Region, die vor allem im Norden Afrikas seit dem Arabischen Frühling noch rückständiger als je zuvor geworden ist. Man denke hier nur an den failed state Libyen, das umkämpfte Mali oder das fragile Ägypten. Hinzukommen bettelarme Länder wie Eritrea oder Somalia. Doch auch weiter im Zentrum und im Süden Afrikas, sitzen viele Menschen auf gepackten Koffern mit der Hoffnung auf ein besseres Leben in der EU.

Dass Deutschland diese globalen Probleme nicht einfach mit der Aufnahme Hunderttausender (und meist gar nicht asylberechtigter, weil eben nicht nach Art 16a GG politisch verfolgter) Migranten beiseite schaffen kann, schon gar nicht ohne die Bevölkerung vorher explizit gefragt zu haben, sollte eigentlich jedem einleuchten. Doch die Bundesregierung und weite Teile der Mainstream-Politik sieht das bekanntlich anders.

Wenn aber Befindlichkeiten an die Stelle von Vernunft getreten ist und wenn, wie bei vielen linken Gruppierungen der Fall, Dogmen und Ideologien über den gesunden Menschenverstand siegen, dann wird es sehr schwierig gute Lösungen für die Politikfelder Migration, innere Sicherheit und Entwicklungshilfe zu finden.

1 Kommentare
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Kommentare

  • Joerg Mueller

    11. September 2018 at 13:05
    Reply

    Leider hat auf der Demo und in den Medien keiner mitbekommen, dass Linke/AntiFa(?) einen Demonstranten, der die Demo kurz vor Ende in Richtung Dammtor verlassen […] WeiterlesenLeider hat auf der Demo und in den Medien keiner mitbekommen, dass Linke/AntiFa(?) einen Demonstranten, der die Demo kurz vor Ende in Richtung Dammtor verlassen wollte, auf brutalste Weise zusammen geprügelt haben. Ich selbst befand mich hinter ihm und bin von der Gewalt nur deswegen verschont geblieben, weil ein Beamter mich beherzt aus einer Gruppe gewaltbereiter junger Männer zurückzog. Daraufhin wurde ich auf der "sicheren" Seite von einem, bis zu dem Zeitpunkt noch nett wirkendem Herrn im Tweed, Mitte 50, mit den Worten bedrängt, dass man mein Gesicht jetzt kennen würde und man sich mit mir befassen würde. Erst als ich den Beamten bat diesen "Herrn" von mir fern zu halten weil er mich bedroht, ließ er von mir ab. Dies noch einmal zu den Ereignissen bei der Demo. Durch das Gebrüll der Gegendemonstranten war leider nicht allzu viel zu verstehen, was ja nun durch das gute Video wieder wett gemacht werden konnte. Schade dass man auf den Videos der restlichen Medien nur zusammen geschnitten Mist sieht, der ganz klar darauf ausgerichtet ist alles, was der Regierung und Links nicht in den Kram passt, ins schlechte Licht zu rücken. Lese weniger

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