Prof. Günter Scholdt zu AfD-Lehrerportalen: „Es geht darum, das Neutralitätsgebot an Schulen einzuhalten.“

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Dass das Lehrerportal der AfD eine ziemlich kontroverse Sache werden würde, war wohl allen Beteiligten in der Partei von vornherein klar. So hatte die Hamburger AfD-Fraktion das Lehrerportal gestartet, andere AfD-Fraktionen in anderen Bundesländern waren nachgezogen.

In Hamburg hatte man über das Portal Hinweise erhalten über „verfassungsfeindliche linksextremistische Aktivitäten an der Ida Ehre Schule unter Duldung des Lehrerkollegiums und der Schulleitung“. Unter genau diesem Titel startete die AfD-Fraktion daraufhin eine Schriftliche Kleine Anfrage an den Hamburger Senat.

Andere Medien, wohl die Mehrzahl, schäumten über die Idee des Portals allgemein: „Verpetz deine Lehrer“, titelte die ZEIT, „Lehrer und Schüler wehren sich gegen AfD-Meldeportal“ der Stern.

Die AfD-Fraktion Hamburg ging, wohl beflügelt durch den Erfolg in Sachen Ida Ehre Schule, in die Offensive.

„Zur öffentlichen Denunziation animiert niemand.“

Prof. Dr. Günter Scholdt

Prof. Dr. Günter Scholdt, Literaturwissenschaftler und selbst ehemaliger Lehrer, war zu Gast bei „Fraktion im Dialog“ der AfD-Fraktion und kam ins Hamburger Rathaus. Scholdt sprach zum Thema „Moralgroteske: Zur Kritik am AfD-Lehrerportal“.

„Hatten die Kritiker recht? Natürlich nicht!“, sagte Scholdt und verwies darauf, dass es bei der Idee des Portals viel eher um die Einhaltung des vom Grundgesetz abgeleiteten Neutralitätsgebot an Schulen gehe. Demnach seien „kritische Auseinandersetzungen mit Parteien erlaubt“, was die AfD nie infrage gestellt habe, sagte Scholdt. Dennoch müssten sie gemäß Beutelsbacher Konsens von 1976 „sachlich und kontrovers“ geführt werden. „Zur öffentlichen Denunziation animiert niemand“, so Scholdt weiter.

Im Dialog mit anwesenden Schülern und Lehrern diskutierte die Fraktion im Anschluss. Eine anwesende Lehrerin und Schüler teilten die Meinung von Scholdt und der AfD-Fraktion nicht und stellten kritische Fragen zu dem Thema. Besagte Pädagogin sagte, dass sie erneut den Eindruck habe, man trete auf der Stelle und mache sich gegenseitig Vorwürfe.

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