Billy Six berichtet von seiner dramatischen Einzelhaft in Venezuela und seiner Klage gegen die Bundesregierung

Der Journalist Billy Six ist erst seit wenigen Wochen wieder in Freiheit und nutzt dennoch zahlreiche Gelegenheiten in seiner Heimat, um über seine 119 dramatischen Tage in Einzelhaft als politischer Gefangener in Venezuela aufzuklären.

Als Gast bei „Fraktion im Dialog“ der AfD-Fraktion in der Hamburgischen Bürgerschaft im Hamburger Rathaus berichtete Six über die chaotischen Ereignisse in dem Land unter dem sozialistischen Maduro-Regime. Er erneuerte bei der Gelegenheit ausführlich seine schweren Vorwürfe gegenüber der Bundesregierung in seinem Fall.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow hatte sich, wie das russische Außenministerium laut Berichten der Jungen Freiheit bestätigte, aktiv für die Freilassung von Billy Six stark gemacht. Eine Sprecherin des Auswärtigen Amts in der Bundespressekonferenz hatte sich derweil noch ahnungslos vom russischen Engagement gezeigt: „Über solche Vorgänge habe ich keine Kenntnis.“

Bundesregierung ließ Gelegenheiten zum Protest verstreichen

In der Hansestadt legte Billy Six seine Sicht der Dinge dar. Der Reporter sparte nicht mit Kritik an dem Verhalten der Bundesregierung. Selbst bei der Rückkehr nach Deutschland sei kein Minister, Staatssekretär oder Vertreter des Auswärtigen Amts anwesend gewesen, so Six.

Bekanntlich will Billy Six die Bundesregierung wegen seiner Ansicht nach mangelnder Unterstützung während seiner Zeit im Gefängnis verklagen. Es habe einige Gelegenheiten gegeben für die deutsche Regierung zu protestieren, so Six im Hamburger Rathaus. Die UN-Menschenrechtskommissarin Michelle Bachelet habe schon im vergangenen Dezember seine Freilassung gefordert. Six: „Da hätte sich die deutsche Bundesregierung einfach anschließen können. Das hat sie nicht gemacht.“

Dabei hätte die Causa Six auch ganz anders ausgehen können, schließlich war der Journalist im als Folterknast berüchtigten El Helicoide in Caracas eingekerkert. Nur weil die Haftanstalt politische Gefangene – wohl aufgrund des äußeren Drucks, der auf dem Maduro-Regime international lastete – kurz nach Six Ankunft in eine „entschärfte“ Version umgewandelt worden war, blieben Billy Six womöglich schwere körperliche Misshandlungen erspart. Seelische Wunden dürften dennoch zurückgeblieben sein.

Zum Ende des Vortrags wurde noch ein Film abgespielt, der die Parallelen zwischen dem Fall Elisabeth Käsemann und Billy Six aufzeigt. Käsemann hatte leider viel weniger Glück. Vor 42 Jahren verweigerte die deutsche Regierung den Protest gegen ihre Verhaftung in Argentinien. Die Aktivistin Käsemann war von Schergen der argentinischen Militärdiktatur in ein Geheimgefängnis verschleppt, zweieinhalb Monate lang unter schwerer Folter verhört und schließlich ermordet worden.

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