„Wir sind das Volk“-Rufe in München: Auf den Corona-Demos braut sich was zusammen

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Bundesweit sind am vergangenen Wochenende Tausende auf die Straße gegangen – gegen die Einschränkungen der Grundrechte in der Corona-Krise. In München sind gleich acht Demos zu dem Thema angemeldet worden, auf dem Marienplatz hatten die Veranstalter mit 80 Leuten geplant. Gekommen sind laut Polizeiangaben 3.000 Menschen.

Nobel & Frei hat sich vor Ort ein Bild von der Lage machen können. Einerseits demonstrierte die Mehrheit der Bürger unterschiedlicher politischer Couleur friedlich – aber eindeutig emotional. Es ging gegen u.a. einen möglichen Corona-Impfzwang, Bill Gates und dessen Beziehung zur WHO und von der bayerischen Staatsregierung deutlich eingeschränkte Grundrechte in Pandemie-Zeiten.

Eher ungewohnt: „Wir sind das Volk“-Rufe, die über den Marienplatz schallten. In Berlin ist das ja schon länger etabliert.

Münchens SPD-OB Dieter Reiter schien das Geschehen direkt vor seinem Büro kalt erwischt zu haben. Er reagierte eher dünnhäutig.

Festnahmen wegen „Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte“

Bei einer „nicht genehmigte Versammlung“ am Fischbrunnen vor dem Rathaus wurde diese aber durch die Polizei, die in voller Kampfmontur erschienen war, aufgelöst. „Hier hatten sich Personen aus dem politisch rechten Spektrum versammelt. Der Personenkreis wurde daraufhin umstellt und die Teilnehmer einzeln zur Durchführung der erforderlichen polizeilichen Maßnahmen von der Örtlichkeit weggebracht. Insgesamt wurde in diesem Zusammenhang bei 36 Personen die Identität festgestellt. Hier wird nun wegen versammlungsrechtlicher Verstöße und auch nach dem Infektionsschutzgesetz ermittelt“, so der Polizeibericht. In Zusammenhang mit der aufgelösten Versammlung sei es am Marienplatz zu sieben Festnahmen „wegen Delikten wie Widerstand gegen Vollstreckungsbeamten, tätlicher Angriff auf Vollstreckungsbeamte, Beleidigung und Verstoß gegen das Versammlungsgesetz“ gekommen.

Bayerns Innenminister kündigte daraufhin „klare Kante“ gegen Teilnehmer an, die sich nicht an Regeln halten.

Corona-Krisenmanagement-Kritiker automatisch „Covidioten“?

Das Medienecho war erneut verheerend. Sogar die NZZ wetterte offen gegen „Verschwörungstheoretiker versuchen, die öffentliche Debatte in Deutschland zu kapern“. Fast im gleichen Atemzug scheint man aber langsam anzuerkennen, dass vor allem besorgte und friedlich demonstrierende Bürger nicht gleich „Covidioten“ sind.

Allerdings konnte N&F das, was die NZZ ebenfalls beschrieb, bestätigen: Die Stimmung kippt.

Selbst bundesweit bekannte Politiker wie der OB von Tübingen, Boris Palmer (Grüne), oder der kurzzeitige thüringische Ministerpräsident Thomas Kemmerich (FDP), hatten bereits Kritik rund um die Corona-Krise geäußert. Zu viel der Meinungsfreiheit? In ihren Parteien wurden jedenfalls umgehend Stimmen laut, die den Rauswurf der beiden forderten.

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